Chemnitz – Pferde ziehen Dampflok durch Innenstadt

“Zwanzig Tonnen – sechzehn Pferde – eine Vision”: Getreu diesem Motto ziehen am 22. August sechzehn Pferde eine historische Dampflokomotive durch die Chemnitzer Innenstadt.

Chemnitz-Dampflok
Der letzte historische Loktransport durch Chemnitz im Jahr 1908. Die Chemnitzer Loktransporte waren ein Kuriosum in der Geschichte des Maschinenbaus. Erst im Jahr 1852 erhielt Chemnitz einen Bahnanschluss. Foto: City-Management und Tourismus Chemnitz GmbH

Ein Festumzug begleitet die zwanzig Tonnen schwere Hartmann-Lok “Hegel” vom ehemaligen Verwaltungsgebäude der von Richard Hartmann gegründeten Sächsischen Maschinenfabrik zum Hauptbahnhof. Oldtimer, historische Feuerwehren, traditionelle Gewerke und im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidete Bürger machen Industriegeschichte lebendig. Eine weitere Hartmann-Schmalspurlok, stolze fünfzig Tonnen schwer, fährt auf einem Tieflader im Zug mit.

Die Chemnitzer Loktransporte sind eine weltweit einmalige Tradition, die anlässlich des 200. Geburtstages des “sächsischen Lokomotivkönigs” Richard Hartmann (1809-1878) von der City-Management und Tourismus Chemnitz GmbH (CMT), dem Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz und weiteren Partnern wiederbelebt wird. “Schon zu Lebzeiten Hartmanns waren die Chemnitzer Loktransporte ein besonderes Spektakel”, erläutert CMT-Geschäftsführer Michael Quast. “Dieser visionäre Unternehmer hat es gewagt, bereits 1848 in Chemnitz Lokomotiven zu bauen, ehe die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen war.” Die ersten in Chemnitz gebauten Loks wurden in Einzelteile zerlegt nach Leipzig transportiert. Ab 1852, mit der Eröffnung der Bahnlinie Riesa-Chemnitz, wurden die Lokomotiven von Pferdegespannen zum Bahnhof gebracht und dort auf die Gleise gesetzt.

Das Programm am 22. August:
9.00 Uhr: Musikalischer Frühschoppen und Präsentation des Festumzuges
am Chemnitzer Volksfestplatz
9.45 Uhr: Bühnenprogramm mit Festansprachen und Umbenennung des
Volksfestplatzes in Richard-Hartmann-Platz
11.00 Uhr: Start des Festumzuges zum Hauptbahnhof Weitere Events im Richard-Hartmann-Jahr 2009 sind das 19. Heizhausfest im Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz (20. bis 23. August) mit Lokparaden, historischen Schauvorführungen und Nachtfotoparade, die Sonderausstellung “Mythos Hartmann” (23. August bis 8. November) im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz sowie Richard-Hartmann-Stadtführungen durch Chemnitz.

Weblink: chemnitz-tourismus.de

Trainspotting – Amerikas letzte Dampfzuege

Trainspotting – Amerikas letzte Dampfzüge fotografiert von O. Winston Link. Deutschlandpremiere im Museum der Arbeit, Stiftung Historische Museen Hamburg.


Willi Allen und Dorothy Christian in einem Autokino an der Pocahontas Linie in Iaeger, das vom Schnellgüterzug 77 passiert wird im Jahr 1955. Foto: Stiftung Historisches Museum, Hamburg.

Im Hamburger Museum der Arbeit sind ab dem 24. April erstmals in Deutschland Arbeiten des amerikanischen Fotografen O. Winston Link zu sehen. Unter dem Titel “Trainspotting” präsentiert das Haus während der “4. Triennale der Photographie Hamburg” 80 Aufnahmen des berühmten Vertreters der “rail photography.”

Ogle Winston Link hat in den 1950er Jahren mehrere tausend Aufnahmen von der “Norfolk and Western Railway Company” angefertigt, der letzten Eisenbahngesellschaft, die ihre Strecken zwischen West Virginia und North Carolina ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieb. Link fertigte spektakuläre Nachtaufnahmen der Züge an, deren Ablösung durch Diesellokomotiven kurz darauf begann. Für die Aufnahmen leuchtete Link ganze Bahnhöfe und Landschaftsareale mit Blitzlicht aus.

Er fotografierte aber auch die Beschäftigten, die Reisenden und das Leben in den Städten und Siedlungen entlang der Strecken und dokumentierte die Bedeutung der Bahn für die Menschen.

In der Ausstellung wird der Besucher zum Trainspotter. Anhand von Schwarz-Weiß- und Farb-Fotografien, Hörstationen mit historischen Tonaufnahmen von den Bahnhöfen und Zügen, Landkarten und Filmen taucht er in die Dampfzugfahrten durch die Landschaft der amerikanischen Appalachen in den 1950er Jahren ein.