Deutsche Marine – Geschwaderuebung auf der Ostsee

Übung der Marine auf der Ostsee: Zu sehen sind Schnellboote der Klasse 143A bei einer Geschwaderübung Ende März dieses Jahres. Diese Übungen werden regelmäßig in der Ostsee durchgeführt, um die Besatzungen zu schulen und verschiedene Manöver zu trainieren.

Schnellboot Nerz auf der Ostsee
Schnellboot „Nerz“ mit hoher Fahrt bei einer Geschwaderübung auf der Ostsee. Foto: Hannes Budde, Deutsche Marine

Zwei der insgesamt zehn Schnellboote des 7. Schnellbootgeschwaders, die in Rostock/Warnemünde ihren Heimathafen haben, befinden sich zur Zeit im Einsatz UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) vor der Küste des Libanon. Die Besatzungen der Boote „Hermelin“ und „Dachs“ sollen Ende April durch die Besatzungen der Boote „Frettchen“ und „Gepard“ abgelöst werden. Die Boote selbst werden, nach über einem Jahr im Einsatzgebiet, am 11. Dezember dieses Jahres in Rostock zurückerwartet.

Sonnenuntergang auf der Ostsee
Dem Sonnenuntergang entgegen: Schnellboot „Puma“ in Formationsfahrt auf der Ostsee. Foto: Hannes Budde, Deutsche Marine

Antarktis – Bilder vom ewigen Eis

Deutsche Marine – Antarktis Bilder: Deutscher Austauschoffizier im Ewigen Eis

Antarktis
In der Antarktis – Fotos: Steffen-Hinrich Boie, Deutsche Marine

Trotz Sommerzeit auf der südlichen Halbkugel stampfte der Eisbrecher „Antarctic Patrol Almirante Oscar Viel“ der chilenischen Marine von Punta Arenas kommend durch die Drake-Straßen-Dünung in Richtung Antarktis. Das Deck war wie leergefegt. Mit an Bord: Oberleutnant zur See Steffen-Hinrich Boie. Anfang 2008 nahm er als Austauschoffizier auf Einladung der chilenischen Marine an einer sechswöchigen Fahrt des Eisbrechers in die Antarktis teil. „Dieser Austausch hat meinen Horizont erweitert. Ich konnte erleben, wie die Kameraden anderer Nationen Probleme unterschiedlich anpacken und trotzdem zum Ziel kommen“, zieht der heute 29-jährige Kapitänleutnant beeindruckt ein Fazit und berichtet von seiner außergewöhnlichen Seefahrt.

Mit dem Eisbrecher in die Antarktis
Die Aufgabe des chilenischen Marine-Schiffes war es, Versorgungsgüter und internationale Wissenschaftler zu verschiedenen Forschungsstationen zu bringen oder sie mit zurück zu nehmen und ebenfalls den dort angefallenen Müll aus der Antarktis abzutransportieren. An Bord trafen etwa 100 Menschen der unterschiedlichsten Nationen, wie Chilenen, Belgier, Ukrainer, Argentinier oder Peruaner aufeinander. Nicht nur die unterschiedlichsten Sprachen und Sprachvermögen prägten den Alltag, sondern auch die verschiedensten Interessen. So wurden viele anregende Gespräche geführt und Adressen ausgetauscht. „Mit einigen der Kameraden habe ich bis heute per E-Mail Kontakt.“ Über Deutschland wurde der Austauschoffizier auch immer wieder ausgefragt. „Chico Soto“ (ein chilenischer Allerweltsname) war sein Spitzname an Bord.

Antarktis

Schiff inmitten von Naturgewalten
In den eisigen Gewässern bedeutete eine Gewitterfront peitschenden Schneeregen gegen die Steuerbord-Seitenwand, so dass es nicht lange dauerte, bis die Brückenfenster teilweise zugeeist waren. Der Wind schraubte sich in Spitzen auf sagenhafte 70 Knoten. Vom Schnellbootfahren war Boie es gewohnt, bei starkem Seegang durchgeschüttelt zu werden. „Es war trotzdem schwer, bei diesem Kurs nachts ein Auge zuzumachen, auch wenn ich nicht seekrank wurde.“ Zu regelmäßigem Schlaf kam der damalige Oberleutnant in den Wochen an Bord des Eisbrechers ähnlich wenig, wie auf seinem Schnellboot: „Ich war zur Wache rund um die Uhr eingeteilt, jeweils zwei Mal vier Stunden innerhalb eines Tages und einer Nacht.“ Und so lebte er am besten nach dem alten Marineprinzip: „Esse und schlafe, wenn die Zeit es dir erlaubt.“ Dafür entschädigten ihn unvergessliche Naturerlebnisse in der Eislandschaft. Bei der so genannten „Schweine-Wache“ von 00 bis 04 Uhr hatte der Offizier über 14.000 Kilometer von zu Hause entfernt seine erste Begegnung mit der Antarktischen Felsenlandschaft. Isla Smith und ihr Charakteristikum, der 2.012 Meter hohe Mount Foster, waren komplett mit Schnee und Eis bedeckt. Die chilenischen Kameraden wiesen ihn auf den ersten Eisberg hin. Ein überwältigender Anblick, da es in der Antarktis nachts nicht wirklich dunkel wird. Die Eisberge waren hier wieder ganz anders strukturiert und so groß wie Flugzeugträger. Eine weitere Gelegenheit zum Fotografieren dieser ergreifenden Landschaft inmitten des anderen Endes der Welt hatte Boie durch einen Flug mit einem der beiden an Bord vorhandenen Helikopter. Pilot Romano nahm ihn mit auf seiner Tour über Estrecho de Gerlache in Richtung Isla Livingston. Einen Tag später entdeckte er durch das Fernglas eine Luft-Wasser-Blase. Bei näherer Betrachtung handelte es sich tatsächlich um zwei Wale. Diese scheuen Riesen befanden sich querab vom Schiff.

Antarktis

Betreten der Antarktis
Fünf Tage nach dem Auslaufen von Chile setzte er hier auch seinen ersten Schritt auf den Boden der Antarktis im orangefarbenen Ganzkörperanzug, der als Kälteschutz für Landgänge vorgeschrieben war. Pinguine und Wale konnte er hautnah beobachten und diese Augenblicke in der Eiswüste genießen. Heiße Wasserbäder „agua mui caliente“ im Freien waren möglich. Bei einem Grad Außentemperatur lagen die Seefahrer in kurzen Hosen in gebuddelten Löchern im Nassen. Aufgrund des heißen Untergrundes erhitzte sich das darin befindliche Grundwasser derart, dass der gesamte Abschnitt wild vor sich hindampfte. Wie Robben buddelten sie sich in das nach Sulfat riechende und bräunlich aussehende Wasser ein. Um dem niedrigen Wasserstand zu trotzen, war regelmäßiges Wenden vonnöten. Dann konnte sich ein angenehmes Gefühl, begleitet durch einen Panoramablick auf schneebedeckte Berge, einstellen. „Mui, mui bien.“ Nicht nur das Meerwasser war mit einem Grad eiskalt, sondern auch die Luft. Als das Typhon ertönte, das die bevorstehende Abfahrt des Eisbrechers signalisierte, mussten die Badegäste mit nassen Badehosen wieder in ihre Klamotten springen.

Antarktis

Andere kulturelle Rituale
Bald darauf machte die Nachricht die Runde, dass ein Besatzungsmitglied, und zwar der beliebte 38-jährige Frisör, ernsthaft gestürzt sei und ohne Bewusstsein bei der Bord-Ärztin läge. Er wurde mit dem Helikopter nach Fildes ausgeflogen, um von dort per Flugzeug nach Punta Arenas gebracht zu werden. Leider erlag er seinen Verletzungen. Auf der Brücke wurde für den verstorbenen Kameraden eine Messe vom an Bord befindlichen Priester gelesen, an der Passagiere und Wissenschaftler gleichermaßen teilnahmen. Der deutsche Austauschoffizier empfand es als anrührend, dass sich die unterschiedlichsten Menschen ad hoc zusammen fanden, um in Gebeten und Gesängen des Toten zu gedenken und in einer emotionalen vom Glauben geprägten Gemeinschaft Halt zu erlangen. Zudem war es für Boie hochinteressant, wie ein solches Ritual mit abschließendem Abendmahl in einem anderen Land praktiziert wird.

Kulinarische Höhepunkte
Am 29. Januar hatte der belgische Zimmerkollege Freddy Geburtstag. Die Küche lieferte einen mit Schokoraspeln bestreuten Geburtstagskuchen „brazo de reina“ (Arm der Königin) und es wurde mit „Mango sour“ angestoßen. Leckere Snacks wie Sandwiches mit Thunfisch, Zwiebeln und Mayonnaise, Panadas und Ei-Häppchen bekam die Besatzung öfter, auch während der Nachtwachen. Der Essensplan hatte einen bestimmten Rhythmus und wiederholte sich ständig. Fladenbrot mit Marillenmarmelade am Morgen in der Offiziermesse oder Nudeln mit Sauce Bolognese gehörten dabei zu Boies Favoriten, im Gegensatz zur Fischsuppe.

Antarktis

Rückkehr nach Deutschland
Bei Schneefall und Nebel ging es schließlich auf den ruppigen Rücktransit an die Südspitze Chiles. „In Punta Arenas angekommen konnte ich in der Navy-school übernachten und ein chilenisches Schnellboot besichtigen.“ In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile betrat er das Flugzeug zum 19-stündigen Flug nach Hamburg. Damit endete für den Austauschoffizier eine interessante und außergewöhnliche Zeit, die er wohl nie vergessen wird.

Das Austauschprogramm
„Ich wollte Schnellbootfahrer werden seit ich ein kleiner Junge war. Damals sah ich meinen großen Bruder mit dem Mikro in der Nock, wie er Fahrbefehle gab. Seitdem wollte ich auch zur Marine“, erzählt der gebürtige Kaiserslauterer. Als IIWO auf dem Schnellboot „Zobel“ war Boie im Jahr 2007 zwei Mal im Libanon-Einsatz gewesen. Dort wurde der damalige Oberleutnant zur See von seinem Kommandeur für das Personal Exchange Program (PEP) vorgeschlagen. Dieses Austauschprogramm ermöglicht es jungen Offizieren, Einblicke in die Marinen anderer Nationen zu erhalten. Heute ist der an der Bundeswehrhochschule in Hamburg ausgebildete Diplom-Kaufmann promovierender Kapitänleutnant und IWO auf dem Schnellboot „Puma“, stationiert in Rostock. „Wir wollen die Beziehungen mit Marinen anderer Nationen durch den gegenseitigen Austausch pflegen und voneinander lernen. Die Deutsche Marine hat einige ihrer alten Schnellboote der Klasse 148 an Chile verkauft und so bestehen schon gute Kontakte“, erklärt Boie. Mit der Marine hat er die Welt bereist. Seine Entscheidung, Marineoffizier zu werden, hat er nie bereut. „Trotz aller Entbehrungen an Bord wie Platz- oder Schlafmangel ist es immer ein Gefühl der Zufriedenheit, wieder in den Hafen einzulaufen.“

Autor/ Fotos: Steffen-Hinrich Boie, Deutsche Marine

Marine Hubschrauber „Sea Lynx“ gegen Piraten

Deutsche Marine – Bilder der Woche: Marinehubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ schrecken auch Piraten ab – Übung GOOD HOPE III die Fregatte Hamburg auf See

Marine Hubschrauber Sea Lynx
Marinehubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ – Foto: Ann-Katrin Winges

Der Befehlshaber der Flotte Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker besucht im Rahmen der Übung GOOD HOPE III die Fregatte Hamburg auf See. Der Befehlshaber wird mit einem Hubschrauber des Typs Sea Lynx Mk 88 A an Bord gebracht. Während des Besuches wird ein Replenishment at Sea (RAS) Manöver mit dem Einsatzgruppenversorger Berlin gefahren. Der Einsatz- und Ausbildungsverband 2008 mit den Einheiten Köln, Hamburg und Berlin sowie dem Versorger Westerwald nimmt an der Übung GOOD HOPE III vor der Südafrikanischen Küste teil.

Deutsche Marine – Kampfschwimmer SEK M

Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Deutschen Marine (SEK M) aus Eckernförde stellen einen eigenständigen Teil der Marine dar. Sie unterstützen die Einheiten der Flotte bei speziellen Aufgaben. Sie übernehmen spezielle Aufgaben, wie zum Beispiel das Minenentschärfen, die Terroristenbekämpfung sowie Schiffsdurchsuchungen. Ob als Minentaucher, Kampfschwimmer oder Boardingsoldat, die etwa 400 Marinesoldaten der SEK M, darunter 20 Frauen, sind dazu weltweit im Einsatz.

Marine - Kampfschwimmer SEK M
Nichts für alle, aber für die Besten – Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine im weltweiten Einsatz. Foto: Björn Wilke

Die Boardingsoldaten der Boardingkompanie sind für das Durchsuchen und Kontrollieren von verdächtigen Handelsschiffen zuständig. Dazu seilen sie sich per Hubschrauber auf das zu durchsuchende Schiff ab. Ihnen stehen auch Speedboote zur Verfügung, mit denen sie an das Schiff heranfahren können. Dann klettern sie an der Bordwand hoch und gehen ihrer Kontrollaufgabe nach.

Die Minentaucher sind weltweit anerkannte Spezialisten. Sie lokalisieren, identifizieren und beseitigen Minen, Bomben und Sprengsätze im Meer, in Gewässern oder an Land. Ob in der Wüste Afghanistans oder in der 50 Meter tiefen Ostsee, wo die Hand vor den Augen nicht zu sehen ist. Der Tagesdienst besteht aus Tauchen, Sport, Qualifizierung und Einsätzen auf der ganzen Welt. Wenn es sein muss, sind sie binnen einer Stunde einsatzbereit. Es gibt nur noch 60 dieser Spezialisten.

Die Kampfschwimmer gehören zu den Spezialkräften. Sie können alle Arten von Spezialeinsätzen durchführen. Verdeckte Aufklärungsaktionen in fremden Küstengebieten, Kampf gegen Terroristen und Evakuierungseinsätze sind die Haupteinsatzgebiete der Kampfschwimmer.

Die Spezialisierten Einsatzkräfte wurden 2003 aufgestellt. Der Verband ist in Eckernförde stationiert und gehört zur Einsatzflottille 1 in Kiel. Die SEK M stellen an die Soldaten hohe geistige und körperliche Herausforderungen. Körperliche Fitness ist deswegen eine Grundvoraussetzung; doch letztlich ist der Wille entscheidend, sich diesen Herausforderungen zu stellen.

Gorch Fock zurueck in Wilhelmshaven

Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ ist wieder im Marinestützpunkt bei Wilhelmshaven angekommen. Dort beginnen heute die Untersuchungen zum tragischen Vorfall von der Nacht auf Donnerstag

Gorch Fock in Wilhelmshaven

Gorch Fock in Wilhelmshaven - Foto: Deutsche Marine

Seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird ein Besatzungsmitglied des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ vermisst. Das 18-jährige Crewmitglied ist Offizieranwärter und ging gegen Mitternacht während der Seewache bei zwei Meter Wellenhöhe, aber bei ruhiger und stabiler Schiffslage auf Ostkurs, über Bord. Die Wassertemperatur betrug 17 Grad. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Deutschen Bucht, zehn Seemeilen – circa 20 Kilometer – nördlich der Nordseeinsel Norderney. Dabei herrschte südwestlicher Wind der Stärke sieben, das entspricht etwa 60 Stundenkilometern. Von der Besatzung wurden sofort umfassende Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus startete unmittelbar nach dem Zwischenfall eine groß angelegte Seenotrettungsaktion. An der Suchmaßnahme beteiligen sich Einheiten der Deutschen Marine, der Bundespolizei, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie zivile Schiffe. Darüber hinaus sind Hubschrauber der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Polizei Niedersachsens sowie ein Seefernaufklärer der Marine im Einsatz. Die Suchmaßnahmen dauern gegenwärtig an. Nähere Umstände sind zur Zeit noch nicht bekannt. Die Angehörigen in Nordrhein-Westfalen wurden informiert.

Gorch Fock

Gorch Fock - Foto: Deutsche Marine

Die „Gorch Fock“ befindet sich seit dem 28. August auf einer Ausbildungsreise von Kiel nach Hamburg. Das Einlaufen war dort für Freitag vorgesehen. In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung wird der Besuch in Hamburg abgesagt. Aus kameradschaftlicher Rücksichtnahme hat die Marine zudem den für den kommenden Samstag, 6. September, geplanten Marineball in Flensburg ebenfalls abgesagt. An Bord des Schiffes befinden sich 107 Offizieranwärter des Jahrgangs 2008, darunter 24 Frauen. Zur Stammbesatzung gehören darüber hinaus 100 weitere Soldaten. In den zurückliegenden 50 Jahren erhielten rund 14.000  Offizier- und Unteroffizieranwärter ihre seemännische Grundausbildung auf der „Gorch Fock“.

Die Angehörigen der vermissten Offizieranwärterin der „Gorch Fock“ bitten die Medien um Abstand. Offensichtlich haben Journalisten den Namen und den Wohnort in Erfahrung bringen können und versuchen nun, Kontakt zu den Angehörigen in Nordrhein-Westfalen (Kreis Heinsberg) aufzunehmen. Mit Blick auf die schwierige persönliche Situation bittet die Familie auf diesem Wege sehr nachdrücklich alle Medienvertreter, von Anfragen jeglicher Art Abstand zu nehmen. Unabhängig davon wird die Deutsche Marine nach wie vor keine persönlichen Daten der Familie herausgeben.

Deutsche Marine – Fregatte „Karlsruhe“

Deutsche Marine – Fregatte „Karlsruhe“ wird Nato-Einsatzverband unterstellt.

Fregatte Karlsruhe - Foto: PIZ Marine - Daniel Auwermann

Fregatte Karlsruhe - Foto: PIZ Marine - Daniel Auwermann

Die Fregatte „Karlsruhe“ läuft am 24. August um 14.00 Uhr aus Wilhelmshaven aus. Unter der Führung ihres Kommandanten, Fregattenkapitän Hans Kuhfahl (47), macht sie sich auf den Weg ins Mittelmeer, um dort der STANDING NATO MARITIME GROUP 2 (SNMG2) unterstellt zu werden. Der erste Hafen ist Rota in Spanien. Dort trifft sich der Nato-Verband, um anschließend unter Führung des italienischen Admirals Giovanni Gumiero an mehreren Manövern teilzunehmen. Weitere Häfen sind Cartagena in Spanien, Souda auf Kreta, Catania auf Sizilien, Dschibuti am Horn von Afrika und Tunis in Tunesien. Haupt-Operationsgebiet ist das Mittelmeer. Bei Bedarf kann der Nato-Eingreifverband kurzfristig in Krisengebiete geschickt werden. Aufgabe des SNMG2  ist die Sicherung der Seewege. Schwerpunkte sind dabei die Verkehrsknotenpunkte im Mittelmeer, wie etwa die Straße von Gibraltar im Westen und der Suez-Kanal im Osten. Durch seine Präsenz sorgt der Verband für Sicherheit der Küstengewässer. Die Fregatte „Karlsruhe“ hat erst vor kurzem ihre Einsatzausbildung erfolgreich abgeschlossen. Der Einsatz ist für sie fast Routine. Im Jahr 2005 beteiligte sich das Schiff an der Operation Enduring Freedom (OEF) am Horn von Afrika und im letzten Jahr an der UN-Operation vor dem Libanon. Der Kommandant freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben und ist zuversichtlich: „Aufgrund der gerade abgeschlossenen umfangreichen Ausbildung und der Einsatzerfahrung aus dem letzten Jahr vor der Küste des Libanons habe ich jetzt eine professionelle Besatzung, die dieses Jahr ihre Aufgabe im Nato-Verband meistern wird“, sagt Kuhfahl. Der Einsatz dauert bis kurz vor Weihnachten: Am 22. Dezember kehrt die Fregatte heim. Die Fregatte „Karlsruhe“ vom 4. Fregattengeschwader aus Wilhelmshaven gehört zur Klasse 122. Acht Schiffe dieses Typs sind bei der Deutschen Marine im Dienst.

London – Britische Marine uebt auf deutschen Booten

Nebel, Nieselregen, Nässe: Bei typisch britischem Schmuddelwetter liefen die Schnellboote S78 „Ozelot“ und S79 „Wiesel“ vergangenes Wochenende in London ein. Das Besondere: Nach mehrstündiger Fahrt auf der Themse und der Passage der weltberühmten Tower-Bridge machen erstmal seit über 20 Jahren wieder Boote der Deutschen Marine an einem Weltkriegs-Relikt fest, dem Kreuzer HMS „Belfast“. Dieser hatte vor über sechzig Jahren noch gegen die deutschen Feinde gekämpft.

London - Britische Marine uebt auf deutschen Booten
Britische Marine übt erstmals auf deutschen Schnellbooten – Stippvisite in London. Foto: Deutsche Marine

Nun wird er zum Symbol der deutsch-britischen Marinekooperation und Freundschaft. Denn: Mit an Bord der Schnellboote sind fünf deutsche Kadetten von der Marineschule Mürwik und erstmals auch Offizieranwärter der Royal Navy aus Dartmouth. Grund: Der junge Führungsnachwuchs der deutschen und britischen Seestreitkräfte trainiert an Bord der Boote gemeinsam Navigation, Seemannschaft und Taktik. Wie berechne ich Kurse? Wie steuere ich ein großes Boot? Wann geht die Sonne auf? All das und vieles mehr muss jeder Offizieranwärter lernen, um sein Handwerk zu beherrschen.

Der Kommandant vom Schnellboot „Ozelot“ zeigt sich begeistert von der Ausbildungskooperation. „Unsere Marinen nutzen Synergien und lernen voneinander“, sagt Stefan Küttler. Obwohl die Ausbildung der jungen Kadetten eindeutig im Vordergrund stehe: „Wann kommt man schon mal mit seinem Schnellboot von Rostock für ein Wochenende in die Hauptstadt Großbritanniens und liegt dann noch direkt im Zentrum an der legendären Tower-Bridge?“ ergänzt der 33-jährige Kapitänleutnant schmunzelnd.

Bevor die beiden Boote aus dem 7. Schnellbootgeschwader aus Warnemünde Ende Juni wieder in ihren Heimathafen zurückkehren, steht noch ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Sie zeigen ihren britischen Kameraden noch etwas typisch Norddeutsches: die Kieler Woche. Diesmal hoffentlich ohne Nieselregen, Nebel und Nässe.

„Girls Day“ bei der Marine

Technik, die begeistert. Die Deutsche Marine hat sie. Ob als Techniker an der Antriebs-Maschine in einem Schnellboot, ob als Pilot in einem Hubschrauber oder als Taucher unter Wasser. Marinesoldaten arbeiten täglich mit modernster Technik. Das fasziniert zunehmend auch junge Frauen. Am „Girls Day“ zog es sie wieder an die Küste: Schülerinnen aus der gesamten Republik. Sie wollten Marinetechnik und das Leben an Bord hautnah erleben.

Girls Day bei der Marine
Girlsday in der Marinschule Mürwik, Mädchen zu Besuch auf dem Schnellboot OZELOT. Foto: Björn Wilke

„Ich wollte sehen und anfassen, wie Technik funktioniert – da ist die Marinetechnikschule in Parow für mich natürlich interessant“, sagt die 15-jährige Franziska Myrach aus Stralsund. Die Technik-Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern ziehen alle Register: Schülerinnen starten Motoren, knoten kleine Anker und frieren im frostigen Nachbau einer Schiffskühl-anlage einer Fregatte. „So funktioniert also eine hydraulische Anlage“, staunt Franziska Wallis, als sie die Steuerung eines Ruders betätigen darf. Die 14-Jährige aus Niepars ist hier die jüngste Teilnehmerin.

Auch an zehn weiteren Marine-Standorten in Norddeutschland staunen junge Frauen über ein buntes Technik-Programm: von der Besichtigung einer Fregatte oder eines Hub-schraubers, bis hin zur Mitfahrt auf dem „Ozelot“. Das Schnellboot aus Warnemünde schafft mit seinen 16000 PS eine Höchstgeschwindigkeit von über 70 Stundenkilometern. „Es war sehr schön und spannend. Der Tag hat meine Erwartungen voll erfüllt und konnte mir einen guten Einblick in das Leben bei der Marine verschaffen“, sagt Brit Stichel aus Hürup. Die 17-jährige Schleswig-Holsteinerin besuchte die Marineschule Mürwik in Flens-burg. Hier bildet die Marine ihren Offiziernachwuchs aus.

Die Marine wird als Arbeitgeber für junge Frauen immer attraktiver. Mittlerweile versehen rund 800 Frauen ihren Dienst auf den Schiffen und Booten der Deutschen Marine. „Der Spitzname ‚Blaue Jungs‘ ist von gestern – heute müsste es richtig lauten ‚Blaue Jungs und Mädels‘, sagt der Befehlshaber der Flotte und schmunzelt. „Immer mehr junge Frauen treten Jahr für Jahr den attraktiven Dienst in unserer Marine an. Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr wieder eine große Zahl junger Mädchen den Weg in unsere Marine fand und dort hautnah erlebte, was es heißt mit moderner Technik zu arbeiten.“ betont Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker und ergänzt: „Ich hoffe, im nächsten Jahr kommen die jungen Damen genauso enthusiastisch und noch zahlreicher zu uns.“

1 2